KLINGER Gebetsroither

Pioniere

KLINGER Dichtungstechnik für langjähriges Engagement rund um den Umweltschutz geehrt

EMAS ist ein Umweltmanagement- und Auditinstrument basierend auf einer EU-Verordnung auf freiwilliger Basis. Damit können Organisationen ihre Umweltperformance evaluieren, steuern und laufend verbessern. KLINGER Dichtungstechnik ist kürzlich vom österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus für seine langjährige Teilnahme am EMAS-Programm geehrt worden. Wir haben Stephan Piringer, gewerberechtlicher Geschäftsführer der KLINGER Dichtungstechnik für die Bereiche Umwelt und Sicherheit verantwortlich, dazu befragt.

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Stephan Piringer, KLINGER Dichtungstechnik, mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger

KN: Herr Piringer, Bundesministerin Elisabeth Köstinger hat KLINGER Dichtungstechnik kürzlich zu einem der EMAS-Pioniere des Landes ernannt. Können Sie uns sagen, warum Sie diesen Titel erhalten haben?
SP: Die Teilnahme an EMAS wurde 1995 ermöglicht. KLINGER Dichtungstechnik erhielt seine Registrierung als EMAS-Unternehmen im Jahr 1998. Sieht man sich das aktuelle Register an, so gibt es heute nur noch 20 Unternehmen, die auf eine frühere Registrierung verweisen können. Wir waren unter den ersten österreichischen Unternehmen, die diese Umweltschutzmaßnahmen vollinhaltlich übernommen haben. Und laut der Frau Bundesministerin macht uns das zu Pionieren.

KN: Was genau ist EMAS?
SP: EMAS ist eine von der Europäischen Union geschaffene Verordnung. Die Erfüllung der EMAS-Anforderungen kann im wesentlichen als eine aktive und vor allem transparente Teilnahme am Umweltschutz, also Ressourcen schonen und Abfälle verringern, zusammengefasst werden, und führt zu einem Eintrag ins Register des Umweltbundesamts. Darüber hinaus ist die ISO 14001-Zertifizierung, welche die Standards für ein Umweltmanagementsystem definiert, selbst integraler Bestandteil von EMAS.

KN: Was sind die wichtigsten Säulen von EMAS?
SP: Ein EMAS-Unternehmen muss eine Umweltpolitik, ein Umweltmanagementsystem sowie ein Umweltprogramm aufweisen. Der Umwelterklärung eines Unternehmens – und EMAS setzt voraus, dass diese der Öffentlichkeit frei zugänglich ist, kommt dabei eine tragende Rolle zu: Sie stellt sicher, dass jeder prüfen kann, was das entsprechende EMAS-Unternehmen für den Umweltschutz tut.

KN: Wie wird man ein EMAS-registriertes Unternehmen?
SP: Die Umwelterklärung stellt den Kern des Prozesses dar. Die Veröffentlichung von Kennzahlen, beispielsweise die Menge an produziertem Abfall sowie der Strom- und Wasserverbrauch, ist dabei verpflichtend. Diese Informationen müssen bestimmt, evaluiert und schlussendlich publiziert werden. Ein unabhängiger Prüfer wird anschließend zur Bestätigung der Angaben herangezogen. Er untersucht wie das Unternehmen die Daten aufbereitet hat, indem er die Prozesse analysiert, etwa mittels Prüfung der Stromzähler und so weiter. Stimmen die Angaben, so bestätigt er die übermittelten Kennzahlen und das Unternehmen wird dem Register hinzugefügt.

KN: Warum sind Umweltzertifikate und andere Verordnungen wie EMAS wichtig für KLINGER Dichtungstechnik und andere Unternehmen der KLINGER Group?
SP: Wir haben uns mit unserem Unternehmenswert „Nachhaltigkeit“ zur Bewahrung der Umwelt für künftige Generationen verpflichtet. Einige KLINGER Unternehmen, allen voran KLINGER Fluid Control, KLINGER Schöneberg und Kempchen Dichtungstechnik, haben sich uns bereits angeschlossen. Wir hoffen unsere Rolle als EMAS-Pioniere wird andere ermutigen, es uns gleich zu tun. Schlussendlich, neben dem guten Zweck, bietet EMAS auch Vorteile mit Bezug auf die österreichische Gewerbeordnung.

KN: Wie etwa?
SP: Zum Beispiel Anlagengenehmigungen, für die bedeutend weniger administrativer Aufwand benötigt wird. Dafür gibt es folgende Begründung: Viele der relevanten Faktoren, etwa Geräuschpegel, giftige Substanzen oder andere Emissionen werden bereits jährlich von einem Gutachter im Zuge der EMAS-Registrierung geprüft. Folglich muss viel weniger an Dokumentation übermittelt werden, und das führt zu einer enormen Vereinfachung. Ein weiterer Vorteil hat mit den sogenannten konsolidierten Bescheiden zu tun. KLINGER Dichtungstechnik ist in seiner 130-jährigen Unternehmensgeschichte Empfänger unzähliger Bescheide gewesen: „Das Unternehmen ist hiermit berechtigt, das zu tun… Das Unternehmen ist hiermit berechtigt, diese Anlagen zu errichten et cetera.” EMAS-Unternehmen dürfen derartige Einzelerlasse in konsolidierte Bescheide zusammenführen, was zu Rechtssicherheit in all unseren Aktivitäten führt.

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Die österreichischen EMAS-Pioniere wurden im Rahmen eines exklusiven Galaabends gefeiert

KN: Wie profitieren Ihre Kunden?
SP: Unsere hochqualitativen Dichtungen tragen dazu bei, die Umwelt sauber zu halten. Darüber hinaus sind unsere Bemühungen zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz – von unabhängigen Dritten bestätigt – in unserer veröffentlichten Umwelterklärung dokumentiert. Dieser Grad an Transparenz ist außerhalb von EMAS nur sehr selten anzutreffen und schafft Vertrauen. Umweltbewusste Kunden können online unsere Umweltperformance einsehen und sich Entscheiden, ob wir ein geeigneter Kandidat für ihre Aufträge sind.

KN: Wie „verträgt“ sich EMAS mit Ihren anderen Zertifikaten?
SP: Wir betreiben ein integriertes Managementsystem, das all unsere ISO-Zertifikate sowie EMAS umfasst. Wir können damit unser System als ein Gesamtsystem betrachten, in dem alle Subsysteme miteinander verbunden sind. In unserem Prozess für die Herstellung von Dichtungen hat beispielsweise die Qualitätssicherung eine direkte Auswirkung auf das Umweltmanagementsystem: Erfüllt die Qualität einer Dichtung unsere hohen Erwartungen, so wird die Performance im Feld erwartungsgemäß ausfallen. Und das bedeutet, dass Emissionen auf ein Minimum reduziert werden.

KN: Möchten Sie abschließend noch etwas mit uns teilen?
SP: 20 Jahre EMAS ist eine lange Zeit und mit viel Aufwand verbunden. Ich möchte mich bei Ingo Deniger für seine maßgeblichen Beiträge bedanken. Und bei Walter Kubista: Vor mehr als zwei Jahrzehnten überzeugte er die Geschäftsführung, EMAS bereitwillig anzunehmen. Ich denke wir können stolz darauf sein, wie weit wir seitdem gekommen sind. Und wir werden weiterhin ein Teil von EMAS bleiben.

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